So findest Du schnell & einfach
dein Sankalpa!

Was ist ein Sankalpa?

Sankalpa ist ein Begriff aus der Yoga Philosophie und bedeutet soviel wie feierlich eine feste Absicht zu fassen. Es ist mehr als sich einfach nur ein Ziel zu setzen. Ein Sankalpa kommt aus dem tiefsten Inneren an die Oberfläche des Bewusstseins und drückt einen lang gehegten Wunsch oder ein tiefes inneres Bedürfnis aus, das darauf wartet erfüllt zu werden.  In einem Sankalpa verschmelzen Herz und Verstand zu einer Einheit.


Durch das bewusste Wiederholen beschließen wir innerlich, uns ab jetzt so lange auf dieses besondere Ziel zu konzentrieren, bis wir es erreicht haben.

Sankalpa - Wunsch, feste Absicht

Schreibweise auf Sanskrit

सङ्कल्प saṅkalpa-  संकल्प saṃkalpa


In der indischen Gelehrtensprache Sanskrit bedeutet Sankalpa wörtlich übersetzt soviel wie:

  • Wille, Wunsch, 
  • Vorsatz,
  • starkes Verlangen, Absicht
  • feste Entscheidung

Der Begriff selbst ist aus den Silben „San“, was „eine Verbindung mit der höchsten Wahrheit“  und „Kalpa“, was soviel wie „Gelübde“ bedeutet, zusammengesetzt.

Wie wirkt ein Sankalpa?

Wurde ein Sankalpa ursprünglich im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wiederholt, ist es heute ein wichtiger Bestandteil einer jeden Yoga Nidra Sitzung. 


Entscheidend für die Wirkung des Sankalpa ist, das es sozusagen wie ein Samen tief in das Unterbewusstsein eingepflanzt wird. Durch regelmäßiges Wiederholen wächst der Samen, dringt an die Oberfläche und entfaltet seine ganze Kraft und Schönheit.


Im Yoga Nidra bekommen wir einen direkten Zugang zum Unterbewusstsein, indem wir über mehrere Stufen einen Zustand an der Grenze zwischen Wach- und Schlafbewusstsein erreichen. 


Dieser besondere Zustand, auch "Alpha Zustand" genannt, ist unter anderem durch eine extrem hohe Aufnahmefähigkeit gekennzeichnet. Alles was wir im diesem Zustand aufnehmen, dringt direkt in das Unterbewusstsein ein und wird dort verankert. 

Yoga Nidra und die Macht des Unterbewusstseins - Eisbergmodell

Bedeutung des Unterbewusstseins.
 

Das "Eisbergmodell" veranschaulicht sehr schön die Bedeutung unseres Unterbewusstseins für unser gesamtes (Er-) Leben. Wenn wir unseren Geist in einen bewussten und einen unbewussten Teil aufteilen, dann symbolisiert der Teil des Eisbergs, der unter dem Wasserspiegel ist, den unbewussten Teil unseres Geistes. Über 90 Prozent unserer täglichen Entscheidungen und damit auch der Art und Weise wie wir denken, fühlen und handeln, wird im Unterbewusstsein entschieden. 

So findest du dein Sankalpa!

Ein "richtiges" Sankalpa ist nicht irgendein Ziel, welches du dir mal ebenso vornehmen willst. Es sollte vielmehr tief aus deinem Herzen kommen und vielleicht schon seit langer Zeit in dir schlummern. 


Um dein Sankalpa zu finden benötigst du also etwas Zeit und Ruhe, um einen Zugang zu deinen inneren Wünschen und wahren Bedürfnissen zu finden. In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt wie du DEIN Sankalpa finden kannst. 

1

Schritt 1: Zur Ruhe kommen

Du liegst auf dem Rücken oder sitzt mit möglichst geradem Rücken auf einem Stuhl. Mit Hilfe deiner Atmung kommst du nun zur Ruhe und entspannst Körper und Geist. 


Atemtechnik:

Atme etwa 3 Sekunden tief in den Bauch ein und doppelt so lange wieder aus. Beginne nun beim Ein- und Ausatmen die Zahl 1 zu wiederholen, also 1 1 1 1 1 .... Mit dem nächsten Atemzug wiederholst du die Zahl 3 und dann die Zahl 4 und so weiter, bis du bei der Zahl 10 angekommen bist.
Du kannst dir vorstellen, wie du mit dem Ausatmen alle Gedanken, Spannungen, Sorgen und Ängste loslassen kannst. Konzentriere dich am Ende der Ausatmung auf das Gefühl der Stille und Leere.

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Schritt 2: Konzentration in der Stille

Beende das Zählen, bleibe aber bei der Beobachtung deines Atems. Lass den Atem jetzt ganz natürlich fließen ohne ihn in irgend einer Art und Weise zu beeinflussen. Nimm die Stille und Leere wahr, die jetzt am Ende eines jeden Ausatmens entstehen kann. Während du deinen Atem beobachtest, bleibst du aufmerksam für alles, das was du außerdem noch wahrnehmen kannst. Das können Geräusche in deinem Umfeld, aber auch Gedanken, Gefühle oder Emotionen sein.
Wichtig ist: Schenke ihnen keine Bedeutung, indem du sie wahrnimmst, ohne sie zu bewerten oder zu beurteilen. Wenn du bemerkst, das du mit deiner Aufmerksamkeit abgeschweift bist und nicht mehr bei der Beobachtung des Atem bist, holst du sie einfach immer wieder zurück. 

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Schritt 3: Sankalpa wahrnehmen

Richte nun deine Aufmerksamkeit verstärkt auf Wünsche oder Bedürfnisse. Versuche nicht in dieser "kritischen" Phase, vorschnell und gezielt aktiv nach Wünschen zu suchen. Habe vielmehr Geduld und vertraue darauf, dass der Wunsch ganz von alleine an die Oberfläche deines Bewusstseins kommt. Eventuell kannst du beim Ein- und Ausatmen jeweils geistig das Wort "Wunsch" wiederholen, um das Unterbewusstsein dahingehend zu öffnen. 


Sobald du einen konkreten Wunsch wahrgenommen hast, wiederhole ihn ein paar mal im Geist und spüre, wie sich der Wunsch in deinem Körper (Herz, Bauch) anfühlt. Wenn du ein positives Gefühl wahrnehmen kannst und vielleicht eine starke Energie verspürst, hast du dein Sankalpa gefunden.

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Schritt 4: Zurückkommen

Beginne nun damit deine Aufmerksamkeit wieder verstärkt nach Außen zu richten. Nimm deine Umgebung bewusst war und beginne langsam deinen Körper (Hände, Arme, Füße, Beine) wieder zu bewegen und zu spüren. 

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So formulierst du dein Sankalpa

So formulierst du dein Sankalpa!

Ein Sankalpa sollte...

möglichst kurz und positiv formuliert sein

Das Unterbewusstsein versteht keine negative Formulierungen. So führt zum Beispiel der Vorsatz, ich werde nicht mehr lügen dazu, dass das Lügen verstärkt wird.

in der Muttersprache formuliert sein

Verwende auch möglichst keine englischen "Mode-Begriffe" oder denglische Wörter.

sollte dich emotional stark ansprechen

Der Wunsch oder Vorsatz hinter deinem Sankalpa sollte in dir, wie im 3. Schritt der obigen Anleitung beschrieben, möglichst viele und intensive positive Gefühle und Emotionen auslösen. 

Beispiele für ein Sankalpa

Gesundheit

  • Ich aktiviere meine Selbstheilungskräfte
  • Meine Körperzellen sind gesund und stark
  • Kraft und innere Heilung durchströmen mich

Entspannung & Stressabbau

  • Ich bin entspannt und ruhig
  • Ich ruhe in mir selbst, egal was passiert
  • Ich bestimme aktiv über mein Leben

Ziele erreichen

  • Ich bin entspannt und ruhig
  • Ich ruhe in mir selbst, egal was passiert
  • Ich bestimme aktiv über mein Leben

Sankalpa Mudra

Das Mudra der guten Vorsätze!

Mudras ...

bekommen im Yoga eine ganz besondere Bedeutung zu. Allgemein versteht man unter einem Mudra eine bestimmte Hand-, Finger- oder Körperstellung. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff "Mudra" soviel wie Siegel, Schloss oder Verschluss, und dient im wesentlichen der Lenkung und Steuerung der Energie im Körper. 


Die bekanntesten Mudras sind das Anjali (Namaskar) und das Chin Mudra. Während ersteres die bekannte Begrüßungsgeste unter Yogis ist, findet das Chin Mudra, bei dem sich Daumen und Zeigefinger berühren überwiegend in der Meditation Anwendung. 


Das weniger bekannte Sankalpa Mudra

Das Sankalpa Mudra

Bild: Jnana oder Chin Mudra

ist ein Mudra, welches besondert hilfreich und unterstützend wirkt, wenn du dir einen Vorsatz gefasst hast. 


Dabei werden beide Hände gleichzeitig benötigt. Bei der rechten Hand berühren sich Ringfinger und Daumen und auf der linken Seite Mittelfinger und Daumen. 




Mudras und die Bedeutung der Finger

Hast du dich schon einmal gefragt, wofür die einzelnen Finger bei den Mudras stehen? Hier kommt die Lösung. 


Der Daumen steht für Atman bzw. Brahman und symbolisiert das "Göttliche" bzw. das "absolute Selbst". Der Zeigefinger hingegen steht für das Ego, welches es ja nach Möglichkeit zu überwinden gilt. Somit verneigt sich zum Beispiel im Chin Mudra das Ego vor dem Göttlichem.


Die restlichen drei Finger stehen für die drei Gunas, die grundlegenden menschlichen Eigenschaften nach der Samkhya Philosophie. Sattva, Raja und Tamas.

 

Sattva (Sanskrit, n., सत्त्व, sattva, wörtlich übersetzt das Seiende, Wahre, steht für  Klarheit, Güte und Harmonie. 


Rajas (Sanskrit: रजस् rajas, n.) steht für Rastlosigkeit, Unruhe, Gier und Getriebenheit. 


Tamas (Sanskrit, तमस्, tamas, n.) steht für Dunkelheit, Trägheit und Chaos.

Die Finger im einzelnen:

  • Daumen - Atmann / Brahman
  • Zeigefinger - Ego
  • Mittelfinger - Tamas
  • Ringfinger - Sattva
  • Kleiner Finger - Rajas

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